Fleisch vom Schwein: Der Schinken
Schinken werden in der Küchensprache die hinteren Oberschenkel des Schweins genannt. Sie gelten als sein wertvollstes Fleisch. Ausgelöst wird es als Oberschale, Unterschale und Nuss gehandelt. Der Begriff wird aber vor allem für fertig zubereitete Schinken verwendet, die meist kalt gegessen werden. Dazu werden sie je nach Zubereitungsart gepökelt, gekocht, gebraten, getrocknet oder geräuchert.
Das Wort Schinken bezeichnet ursprünglich das "Bein" im Sinne von "Knochen". Gemeinsam mit „Schenkel“ stammt es von der indoeurpopäischen Wurzel [s]keng für "schief, krumm" ab (vermutlich wegen der Krümmung des Oberschenkelknochens). Es gibt viele verschiedene Schinkensorten:
Kochschinken
Kochschinken oder gekochter Schinken wird erst gepökelt und dann gekocht, z. B. Kochschinken Pariser Art. Teilweise wird der Schinken nach dem Kochen noch leicht geräuchert, ein berühmtes Beispiel ist der Prager Schinken, der geschmort oder im Brotteig gebacken auch für warme Gerichte verwendet wird. Kochschinken ist nur kurze Zeit haltbar.
Luftgetrockneter Schinken
Luftgetrockneter Schinken wird vor allem in südeuropäischen Ländern hergestellt, in denen das Klima langsames Trocknen ermöglicht. Bekannt ist der italienische Parmaschinken, der leicht gepökelt und dann für mehr als ein Jahr an der Luft getrocknet wird. Der spanische Serrano-Schinken wird auf vergleichbare Weise hergestellt. Eine besondere Spezialität ist der Jamón Ibérico de Bellota (wegen der schwarzen Farbe der Rasseschweine auch jamón de pata negra genannt), der von freilebenden, halbwilden iberischen Schweinen stammt, die sich von Eicheln der Steineiche ernähren.
Räucherschinken
Räucherschinken hat seinen Ursprung in kälteren und feuchteren Regionen, in denen das Fleisch bei der bloßen Trocknung zu verderben droht. Durch das Räuchern hat er einen kräftigeren Geschmack, wird aber auch etwas zäher als allein luftgetrockneter Schinken. Typisch sind Westfälischer Schinken und der stark geräucherte Schwarzwälder Schinken. Geräuchert wird er in speziellen Räucherkammern oder traditionell in einer sogenannten Kate.
Nussschinken
Nussschinken wird aus einem besonders mageren, knochenfreien Teilstück des Schinkens hergestellt, der vorne unter dem Filet liegenden Nuss. Er wird in der Regel gepökelt und geräuchert angeboten
Formfleischvorderschinken
Formfleischvorderschinken ist ein Imitat aus zerkleinertem Fleisch und Fleischresten vom Schwein (mit zusammen einem Gewichtsanteil von 40-60%), die mit hydrolysiertem Bindegewebe, Dickungs-, Bindemitteln, weiteren Zusatzstoffen und Wasser zu einem Teig verarbeitet und schließlich zu einer schnittfesten Masse gegart werden. In der Gastronomie und der Lebensmittelindustrie wird er häufig anstelle von Kochschinken verwendet.
Schinken in der Küche
Kenner wissen es natürlich, Salami eignet sich hervorragend, um damit eine Pizza belegen zu können. Aber auch sonst gibt es viele verschiedene Anwendungsmöglichkeiten für den Schinken, nicht nur das Schinkenbrot..